04.06.2019 in Partei

Reaktionen der Basis - Das sagt die SPD rund um Wiesloch und Walldorf zum Nahles-Rücktritt

 

"Ein Verlust für die Partei", "Vieles Gute versucht"

 

 

Rund um Wiesloch/Walldorf (04.06.2019). (rö) "Ich war entsetzt", sagte Dr. Andrea Schröder-Ritzrau, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Walldorf und Stadträtin, am Montag auf RNZ-Anfrage zum Rücktritt von Andrea Nahles als Partei- und Bundestagsfraktionschefin der SPD. "Das ist ein Verlust für die Partei", bedauerte Andrea Schröder-Ritzrau, Nahles habe als "Ur-Sozialdemokratin" immer ihre Hochachtung gehabt, sie stehe zum Beispiel "wie keine andere für den Mindestlohn".

Dass die SPD möglicherweise kommissarisch von Manuela Schwesig, Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel und später dann vielleicht von einer Doppelspitze geführt werden soll, wie am Montag zu hören, "finde ich sehr gut", sagte die Walldorfer SPD-Vorsitzende.

Wichtig sei für die Basis jetzt vor allem, dass die versprochene Halbzeitbilanz der Arbeit in der Großen Koalition früher vorgelegt werde "und dass der Parteitag vorgezogen wird". Es tue ihr "in der Seele weh", dass die Erfolge "nicht bei uns hängen bleiben, sondern nur das Negative". Darüber hinaus hofft Andrea Schröder-Ritzrau, dass Vorstand und Fraktion aus dem Nahles-Rücktritt lernen, respektvoller miteinander umzugehen.

Man müsse die Personaldiskussionen "sein lassen", sich "stärker auf die Themen fokussieren" und diese "gemeinsam und geschlossen" vertreten. "Die Inhalte haben wir", zeigte sie sich unter anderem mit Blick auf eine soziale Umwelt- und Klimapolitik überzeugt, vielleicht habe man aus dem Fokus verloren, "dass es um die Inhalte geht", lasse sich stattdessen von außen dazu verleiten, zu vieles "an Köpfen festzumachen".

"Ich war überrascht", sagte Richard Ziehensack, SPD-Gemeinderat in Wiesloch und Beisitzer in der Vorstandschaft des Ortsvereins. Natürlich sei nach dem Ergebnis der jüngsten Wahlen, vor allem der Europawahl, die Stimmung im Keller gewesen und man habe nach Gründen für das schlechte Abschneiden der Partei gesucht.

"Änderungen und eine Erneuerung sind richtig", meinte Ziehensack einerseits, trotzdem müsse die Große Koalition in dieser Konstellation bis zum Ende der Legislaturperiode aufrechterhalten werden. Die SPD habe noch Aufgaben zu erledigen, so beim Klimaschutz, und müsse vor allem zeigen, "wie viel SPD in dieser Koalition steckt" - gerade was ihre Erfolge angehe.

Holger Schröder, Vorsitzender der SPD Mühlhausen-Rettigheim-Tairnbach und frisch gewählter Gemeinderat, zeigte sich ebenfalls "überrascht" vom Nahles-Rücktritt und meinte: "Das löst nicht das Problem." Das Problem der SPD ist aus seiner Sicht "die Kommunikation sozialdemokratischer Inhalte und sozialdemokratischer Politik." Ähnlich wie Andrea Schröder-Ritzrau und Richard Ziehensack stört ihn, dass Erfolge der Großen Koalition "uns nicht zugute gerechnet werden".

Die schlechten Wahlergebnisse allein an Andrea Nahles festzumachen, werde ihr "nicht gerecht". Sie habe lediglich 14 Monate an der Parteispitze gehabt und in dieser Zeit "vieles Gute versucht". So sei der Mindestlohn "eine der großen Errungenschaften sozialdemokratischer Politik", so Schröder. Jetzt müsse eine Urwahl des Parteivorsitzenden kommen, wobei er den Vorschlag einer Doppelspitze teile. Vor allem brauche man aber "Genossen aus den jüngeren Generationen", um für die Zukunft "eine moderne, jüngere SPD aufzustellen".
(Mit freundlicher Genehmigung der RNZ)

 

04.06.2019 in Partei

SPD Führungstrio zum weiteren Vorgehen

 

Liebe Genossinnen und Genossen, an alle an der Sozialdemokratie interessierten,

am Sonntag hat Andrea Nahles uns mitgeteilt, dass sie von ihren Ämtern zurücktreten wird und den Weg für eine Neuaufstellung freimacht. Mit ihrer Entscheidung hat sie Klarheit für Partei und Fraktion hergestellt, gleichzeitig ist damit eine große Aufgabe verbunden.
 
Ihre Entscheidung verdient unseren vollsten Respekt. Und für ihren Einsatz und ihre Leidenschaft für die Sozialdemokratie sagen wir: Danke! Wir sind sicher: Eine neue Vorsitzende oder ein neuer Vorsitzender oder eine Doppelspitze wird an vielem anknüpfen, was Andrea angestoßen hat.
 
Bis zum Bundesparteitag werden wir gemeinsam die SPD kommissarisch führen, das hat der Vorstand gestern beschlossen. Dieser Verantwortung stellen wir uns als stellvertretende Parteivorsitzende.
 
Wir werden nicht für den Parteivorsitz kandidieren. Wir wollen den Übergang geordnet und transparent organisieren. Dabei ist uns vor allem die Beteiligung der Parteibasis wichtig.
 
Für den Weg dorthin hat der Parteivorstand erste Entscheidungen getroffen, die man hier nachlesen kann. Und auch die Meinung aller Mitglieder wird gefragt sein! Über den genauen Ablauf werden wir euch in den kommenden Tagen informieren.

 
 

Gestern hat Andrea ihren Wunsch ausgedrückt, dass wir „Vertrauen und gegenseitigen Respekt“ wieder stark machen. Das ist zuerst eine Haltungsfrage. Wir wollen dafür Beispiel geben und bitten Dich um Deine Unterstützung.
 
Über alle Schritte hin zum Bundesparteitag halten wir euch selbstverständlich immer auf dem Laufenden.
 
Herzliche und solidarische Grüße

Malu Dreyer, Thorsten Schäfer-Gümbel, Manuela Schwesig

14.10.2018 in Partei

Lars Castellucci will SPD-Landesvorsitzender werden

 

Der Bundestagsabgeordnete Lars Castellucci will Landesvorsitzender der SPD Baden-Württemberg werden. Das hat der 44-Jährige am Samstag auf einer Konferenz der SPD-Kreisvorsitzenden in Stuttgart bekanntgegeben:

„Die Lage der SPD in Baden-Württemberg lässt sich nicht schönreden, aber sie lässt sich ändern. Darum werde ich als neuer Landesvorsitzender der SPD Baden-Württemberg kandidieren.

Die SPD muss wieder die Partei des Fortschritts werden. Wenn wir Baden-Württemberg zum fortschrittlichsten Bundesland machen wollen, müssen wir die modernste Landespartei werden. Dafür brauchen wir eine SPD, die strategisch und organisatorisch voll auf der Höhe der Zeit ist. Eine SPD, die inhaltlich ihrer Zeit sogar voraus ist. Eine SPD, die Wahlen gewinnen will – und so aufgestellt ist, dass sie Wahlen gewinnen kann. Damit es wieder vorwärts geht.“

Lars Castellucci ist stellvertretender Landesvorsitzender der SPD Baden-Württemberg und Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Rhein-Neckar.

05.02.2017 in Partei

Jahreshauptversammlung der SPD Mühlhausen-Rettigheim-Tairnbach

 
V.l.n.r.: Ali Tahta, Christian Zielbauer, Karin Hassfeld, Holger Schröder (1. Vorsitzender), Gudrun Sauer und Wolfgang H

MEGA! – Schulzeffekt auch im Ortsverein / Generationenwechsel an der Spitze

Am vergangenen Dienstag fand in der Kraichgaustube die Jahreshauptversammlung unseres SPD-Ortsvereins statt. Die jüngsten Ereignisse, infolge der Nominierung von Martin Schulz durch den SPD Parteivorstand, sorgten auch hier für eine euphorische Stimmung.

11.07.2013 in Partei

"Man braucht auf Anfeindungen nicht lange zu warten“

 

In der vergangenen Gemeinde-Rundschau berichteten wir von der Filmdokumentation über eineinhalb Jahrhunderte des geschichtlichen Weges der Arbeiterbewegung und der SPD im "Alten Kino" in Rauenberg. Der Artikel endete mit der Mahnung, der gesellschaftliche Zusammenhalt funktioniere auf lange Sicht nur, wenn diejenigen, die denken, dass sie ganz gut ohne andere zurechtkommen, begreifen, dass Radikalisierung einer Gesellschaft oft Folge von Ungerechtigkeit und Ungleichheit ist. Chancen müssten allen offen stehen, Abstürze könnten alle treffen, sollten aber auch von allen aufgefangen werden.

Für uns Anlass, Details des Filmes von 150 Jahren Arbeiterbewegung und SPD-Geschichte mit dem Zeitgeist zu verknüpfen. Dieser spiegelt Befindlichkeiten wider, reichlich kund getan von den Mitgliedern unseres SPD-Ortsvereins bei unserem monatlichen Mitgliedertreff im „Trödelkeller“ in Rettigheim. Zeitgleich fand im gleichen Lokal eine Sitzung des Kreisvorstands der SPD Rhein-Neckar unter Vorsitz von MdL Thomas Funk statt. Gelegenheit für unsere Mitglieder, sich emotional auszutauschen, die Errungenschaften von Sozialdemokraten zu preisen und das Stimmungsbild unserer Partei in den Meinungsumfragen zu bedauern:

Mit der SPD für Mühlhausen