Kommunalfinanzen: Vorkehrungen treffen für eine Verschärfung der Situation

Veröffentlicht am 25.09.2025 in Gemeinderatsfraktion

Angesichts der zunehmenden Verschuldung aller Gemeinden, auch der Gemeinde Mühlhausen, bei gleichzeitig sinkenden Steuereinnahmen müssen mehr Ideen entwickelt werden, um das erreichte Wohlstandsniveau der Bevölkerung möglichst zu halten. Die Ausgangslage ist unbestritten: Die Kommunalfinanzen befinden sich in einem Krisenmodus und eine nennenswerte Besserung der Situation ist in den kommenden Jahren nicht zu erwarten (Gemeindetag Baden-Württemberg, September 2025; Bertelsmann-Stiftung 2025). In dieser Situation sollten Gemeindeverwaltung und die Bürgerschaft Überlegungen anstellen bzw. entsprechende Vorkehrungen treffen. Die SPD hat bereits mehrfach das Stichwort „Bürgeraktivierung“ hierzu eingebracht und auch im Gemeindeblatt (11. Sept. 2025) etwas näher erläutert. In der Fachliteratur wird die Veränderung der Rolle der Bürgerschaft und die Aktivierung der Bürgerinnen und Bürger bereits seit geraumer Zeit diskutiert (siehe hierzu aus der Verwaltungswissenschaft z.B. Bogumil/Vogel 1999).

Für mehr bitte auf "weiterlesen" klicken!

 

Vonseiten der Gemeindeverwaltung wäre es sehr hilfreich, mehrere mögliche Verläufe der zukünftigen Entwicklung in Form von Szenarien zu entwerfen: Beispielsweise eine Variante als Fortschreibung der bisherigen Entwicklung, eine Variante zur nennenswerten Verschärfung der Finanzknappheit und schließlich ein Krisenszenario, das von einem massiven Einbruch der Kommunalfinanzen ausgeht. Die Ausarbeitung dieser drei Varianten würde den Blick auf Handlungsmöglichkeiten schärfen und (noch) ohne zeitlichen Druck die Entwicklung neuer Konzepte ermöglichen. Aus Sicht der SPD im Gemeinderat wären derartige Vorkehrungen wichtig, um im Bedarfsfall schnell, koordiniert und schließlich auch effizient auf die Situation eingehen zu können. Zielgerichtetes Handeln ist aus Sicht der SPD erforderlich, da bei einem Rückgang des Volkseinkommens stets Verteilungskonflikte zunehmen und dadurch soziale Spannungen entstehen – diese Konflikte werden in der Bundesregierung bereits sichtbar. Ein Teil der Arbeit dieser in der Gemeinde Mühlhausen zu entwickelnden Szenarien bestünde daher darin, konkrete Ausgleichsmöglichkeiten für Personengruppen mit Einkommenseinbußen zu bestimmen. Ein anderer Teil der Arbeit liegt in der Öffentlichkeitsarbeit: Die Bevölkerung sollte umfassend informiert werden über die bereits bestehenden Unwägbarkeiten und über mögliche Verlaufsformen der zukünftigen Entwicklung der Kommunalfinanzen. Besonders problematisch wäre eine plötzliche Konfrontation der Gemeindemitglieder mit starken bzw. massiven Einschnitten, beispielsweise im Sozialbereich. Mit problematischen Nachrichten füllt man zwar keine Säle, weckt keine Begeisterung in der Öffentlichkeit und schließlich gewinnt man mit ihnen auch keine Wahlen, aber es liegt in der Verantwortung der gewählten Repräsentanten, die Bürgerschaft frühzeitig einzubeziehen in sich abzeichnende Veränderungsprozesse. 

Die SPD: Dr. Michael Mangold (Gemeinderat)

Hier geht's zum Webauftritt der Bundes SPD

SPD-Mitglied werden!

Mitglied werden!

Unser Abgeordneter für den Bundestag

News-Ticker

Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. "Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich", erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. "Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen - Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. "Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. "Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… "Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen" weiterlesen