Otto-Wels-Preis 2020: Kreativwettbewerb für junge Menschen

Veröffentlicht am 10.02.2020 in MdB und MdL

Lars Castellucci ruft interessierte Jugendliche zur Bewerbung auf

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Castellucci ruft junge Menschen zwischen 16 und 20 Jahren dazu auf, sich am Kreativwettbewerb für den diesjährigen „Otto-Wels-Preis für Demokratie 2020“ zu beteiligen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind aufgefordert, sich kreativ mit dem Thema „Erinnern – Versöhnen – Unsere Zukunft friedvoll gestalten“ 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs zu beschäftigen.

„Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, dass wir an die Schrecken des Zweiten Weltkrieges erinnern. Und auch daran, wie wichtig es ist, zu versöhnen und eine friedliche und positive Zukunft zu schaffen, ohne die Vergangenheit aus dem Blick zu verlieren“ so Castellucci.

Mit Blick auf die Ereignisse um den 05. Februar 2020 in Thüringen verliert die Beschäftigung mit dieser Thematik nicht an Aktualität. Das Geschehene stellt den Grundkonsens unserer Republik in Frage: keine gemeinsame Sache mit Faschisten zu machen. Das ist ein absoluter Tabubruch, ein rabenschwarzer Tag in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Dass CDU und FDP in Thüringen gemeinsam mit der faschistischen Höcke-AfD einen Ministerpräsidenten an die Macht wählen, ist verantwortungslos, unverzeihlich und unerträglich. Auch der SPD-Ortsverein Mühlhausen-Rettigheim-Tairnbach ist entsetzt über diesen geschichtsvergessenen Dammbruch. Das war kein Zufall, auch kein „Unfall“, wie die Reaktionen aus CDU, FDP und AfD zeigen. Das war geplant und abgesprochen. Die SPD wird niemals eine Regierung oder einen Ministerpräsidenten unterstützen, der mit den Stimmen der AfD an die Macht gekommen ist. Die Thüringer SPD hat hier unsere volle Unterstützung.

Gegen die Feinde der Demokratie und des Zusammenhalts unserer Gesellschaft müssen alle Demokratinnen und Demokraten geschlossen zusammenstehen und entschieden handeln.

Genau hier setzt auch der Otto-Wels-Preis für Demokratie ein. Die SPD-Bundestagsfraktion möchte junge Menschen mit kreativen Ideen auszeichnen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können dabei aus drei verschiedenen Aufgabenstellungen und aus unterschiedlichen Darstellungsformen – von einer Rede über Fotografien bis hin zu Videos oder Essays – auswählen. Der Preis soll einen Beitrag dazu leisten, dass sich junge Menschen mit den Themen Erinnerungskultur und ein friedliches Zusammenleben in Europa beschäftigen.

Interessierte Jugendliche können ab sofort Einzel- oder Gruppenarbeiten bei der SPD-Bundestagsfraktion per Post oder per E-Mail einreichen (SPD-Bundestagsfraktion, Veranstaltungsmanagement, Platz der Republik 1, 11011 Berlin, E-Mail: otto-wels-preis@spdfraktion.de). Einsendeschluss ist der 28. Februar 2020. Weitere Informationen zum Preis und dem Ablauf sind unter www.spdfraktion.de/ottowelspreis abrufbar.

Wer war nun Otto Wels?

Seinen bleibenden Platz in der Geschichte unserer Partei und unseres Landes erwarb sich Otto Wels durch die (letzte freie) Rede. Diese hielt er am 23. März 1933 im Reichstag im Namen der SPD-Fraktion und trat damit dem von Hitler vorgelegten, „Ermächtigungsgesetz“ entgegen.

Er tat dies in einer Atmosphäre, die ein ausländischer Beobachter, der sich an Ort und Stelle befand, so beschrieb: "Für eine Sekunde verbreitete sich Todesschweigen im Hause, während von draußen die drohenden Sprechchöre der SA hereindrangen. Weiß bis in die Lippen, den Mund zusammengepresst, mit harten Zügen in sichtbarem Bewußtsein der Schwere, des Ernstes und der Gefahr des Augenblicks bestieg Otto Wels langsam die Rednertribüne, den Kopf leicht gesenkt, aber die stämmige Gestalt gestrafft, die Schultern hochgezogen, als ob er in ein Gewehrfeuer hinein schritte."

Das sind die wichtigsten Sätze der Rede, die er dann hielt, und bei der er seinen Blick immer wieder unmittelbar auf Hitler richtete: "Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht!... Noch niemals, seit es einen Deutschen Reichstag gibt, ist die Kontrolle der öffentlichen Angelegenheiten durch die gewählten Vertreter des Volkes in solchem Maße ausgeschaltet worden, wie es jetzt geschieht und wie es durch das neue Ermächtigungsgesetz noch mehr geschehen soll. Eine solche Allmacht der Regierung muss sich umso schwerer auswirken, als auch die Presse jeder Bewegungsfreiheit entbehrt…"

Die SPD-Fraktion war die einzige Fraktion (!), die sich gegen Hitlers „Ermächtigungsgesetz“ stellte. Die konservativen und liberalen Parteien stimmten für dieses Gesetz, wodurch sich das Parlament selbst abschaffte und die Demokratie begrub.

 

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