
Die Veranstaltungsreihe „Wine-Beach“ in Mühlhausen hat sich innerhalb weniger Jahre etabliert und gehört nunmehr zum festen Bestandteil der hochsommerlichen Zeit in Mühlhausen. Die in wechselnder Reihenfolge von den Winzern Markus Hirsch, Simona Maier, Manfred und Sonja Block und Klaus Rühl betriebenen Abende am Wasserspielplatz leisten einen erheblichen Beitrag zur vitalen Gemeinde Mühlhausens. Dafür sei den Organisatorinnen und Organisatoren herzlich gedankt! Es ist aus unserer Sicht ein Musterbeispiel für lokales Engagement mit dem Effekt der Förderung ortsansässiger Gewerbetreibender und zugleich des sozialen Austausches in der Gemeinde. Daher lohnt es sich auch kurz etwas näher auf die „Wein-Beach“ zu blicken, die an den Abenden regelmäßig zwischen 200 und 250 Gäste versammelt. Aus Sicht der SPD ist hervorzuheben, dass die Organisation am Radweg und Wasserspielplatz für alle Bevölkerungs- und Altersgruppen eine angenehme und zwanglose Gelegenheit zum sozialen Austausch bietet. Es ist eine attraktive Gelegenheit für ein lockeres Zusammensein mit (oder ohne) Weingenuss und vor allem ohne Konsumzwang. Es ist eine Form der Begegnung ohne Verpflichtung und mit vielen Optionen, sie setzt auch der digitalen Isolation durch Social Media einen lebendigen Austausch entgegen. Die „Wine-Beach“ füllt damit eine Lücke, die sich in den letzten Jahren durch das Sterben der Dorfwirtschaften und den im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie erfolgten Niedergang des Kleingewerbes aufgetan hat.
In Nachbargemeinden kommt hier noch die Schließung von örtlichen Freibädern hinzu, die ebenfalls eine wichtige Aufgabe im sozialen Leben erfüllen und auch der Bevölkerung mit geringem Einkommen (und entsprechend eingeschränkten Möglichkeiten des Sommerurlaubs) Lebensqualität vor Ort bieten. In der Fachliteratur zur Stadt- und Regionalplanung sowie sozialwissenschaftlichen Beiträgen zur Demokratietheorie werden diese „Alltagsorte des sozialen Zusammenhalts“ hoch bewertet (z.B. Rainald Manthe, 2024: Demokratie fehlt Begegnung). Öffentliche Güter (öffentliche Freiflächen, Bibliotheken, gemeindeeigene Räume ...) für diese gemeinschaftsbildenden Zwecke stärker zu nutzen gilt als passende Antwort auf die Aufsplitterung der Öffentlichkeit und die Kommerzialisierung des Sozialen.
Es lohnt sich daher, sich Gedanken zu machen über eine Erweiterung des gelungenen Konzepts der „Wine-Beach“ und auch über eine Übertragung und Anpassung auf andere Themen. Der sehr vielfältige Kulturbereich mit dem Einbezug von regional ansässigen Künstlern – von der Musik bis zur bildenden Kunst, einschließlich dem Kunsthandwerk – bietet sich hier gleichermaßen an, wie die Verknüpfung mit lokaler Freiluft-Gastronomie. Der zwanglose Austausch aller Bevölkerungsgruppen ist schließlich eine essentielle Voraussetzung für eine Gemeinde mit hoher Lebensqualität.
Für die SPD: Dr. Michael Mangold (Gemeinderat)

