Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen

Veröffentlicht am 02.04.2009 in Allgemein

Anlässlich des "Equal Pay Day" am 20. März 2009 beschäftigten sich die Mitglieder des SPD-Arbeitskreises „Kommunalwahl“ in Mühlhausen mit einer der größten sozialen Ungerechtigkeit und politischen Herausforderung dieses Jahrhunderts: Erst wenn auch typische ‚Frauenberufe’ richtig bezahlt werden, werden sie auch für Männer attraktiv.

Als Marie Juchacz, SPD-Frauenrechtlerin, Sozialpolitikerin und Gründerin der Arbeiterwohlfahrt, am 19. Februar 1919 als erste Frau in der Weimarer Nationalversammlung vor einem deutschen Parlament sprach, löste ihre Anrede ‚Meine Herren und Damen‘ Heiterkeit aus. Vorausgegangen war in Deutschland ein langer Kampf um das aktive und passive Wahlrecht für Frauen. Denn erst am 12. November 1918 hatte der Rat der Volksbeauftragten das preußische Dreiklassenwahlrecht aufgehoben und den Weg frei gemacht, dass alle Frauen und Männern ab einem Alter von 21 Jahren unabhängig von Einkommen und Herkunft wählen durften. Diese damals verwirklichte Errungenschaft stellte seit Bestehen der Sozialdemokratie einen Eckpfeiler sozialdemokratischer Programmatik dar. Anlässlich des "Equal Pay Day” kam auch das Thema der Gleichstellungsgerechtigkeit in das Blickfeld der Teilnehmer des „Kommunalen Arbeitskreises“.
"Die Gehaltskluft zwischen Frauen und Männern beträgt in Deutschland durchschnittlich 22 Prozent.“ So erst kürzlich auch in der „taz“ zu lesen. Einhellig vertrat man die Meinung, dass dieser Gehaltsunterschied ein starkes Indiz dafür sei, dass in Deutschland die Rollenbilder von Männern und Frauen noch immer stark festgeschrieben seien. Lohnunterschiede, die neben sozialen auch wirtschaftliche Folgen hätten, seien auf eine Vielzahl von Ursachen zurückzuführen.
So konstatierten die Teilnehmer, dass Frauen häufiger in Bereichen arbeiteten, in denen das Entgeltniveau niedriger sei. Auch würden Frauen seltener in gut bezahlten Führungspositionen vertreten sein. Insgesamt verfügten sie über weniger Berufsjahre, was sich letztlich negativ auf die Gehaltsentwicklung, Rentenansprüche und zusätzliche Ansparmöglichkeiten auswirke.
Bestehende Rollenbilder beeinflussten die Aufgabenverteilung in den Familien und das Berufswahlverhalten. Dies schlage sich wiederum beim Einkommen nieder. Schließlich seien auch staatliche Rahmenbedingungen, insbesondere die nach wie vor häufig unzureichenden und zu unflexiblen Möglichkeiten der Kinderbetreuung für die Entgeltunterschiede mitverantwortlich.
Die Teilnehmer waren einhellig der Auffassung, dass man in Mühlhausen auf einem sehr guten Weg sei, langfristig für alle Kinder einen Kindergartenplatz bereit stellen zu können. Nach wie vor steht aber die Forderung nach einer Staffelung der Beiträge, dem Einkommen entsprechend, im Raum. Besonders im Blick auf allein erziehende Mütter forderten die Gemeinderäte im Mühlhäuser Gemeinderat für die Zukunft bereits den kostenfreien Kindergarten- und Krippenbesuch.
Daher stehen die Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl voll und ganz hinter dem neuen SPD-Grundsatzprogramm, wenn es dort heißt: „Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wollen, dass Frauen und Männer gleiche Rechte und Chancen haben – nicht nur auf dem Papier, sondern im täglichen Leben. Wir kämpfen für eine Gesellschaft, in der Frauen und Männer gleich, frei und solidarisch miteinander leben können.“
Ziel des ‚Equal Pay Day’ ist es daher, die Debatte über die Gründe der Entgeltunterschiede zwischen Männern und Frauen in Deutschland in die Öffentlichkeit zu tragen, alle Akteurinnen und Akteure zu sensibilisieren und zu mobilisieren, das Bewusstsein für die Ursachen von Entgeltunterschieden zu schärfen, die unterschiedlichen Karrierechancen in den einzelnen Berufen und Branchen darzustellen und Wege zur Überwindung der Unterschiede aufzuzeigen, sich für einen zügigen Ausbau der Kinderbetreuung in Deutschland einzusetzen und die unterschiedlichen Verdienstchancen in einzelnen Berufen und Branchen darzustellen, sowie Wege aufzuzeigen die zur Erreichung einer Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern beitragen können.
Gerhard Zörb

 

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