Kleinböck: Vorteil des späten Schulstarts nicht genutzt

Veröffentlicht am 15.09.2020 in MdB und MdL

Gerhard Kleinböck MdL

Über 1,6 Millionen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräfte kehren nun wieder an die Schulen in Baden-Württemberg zurück. Der Landtagsabgeordnete Gerhard Kleinböck dankt zu diesem „außergewöhnlichen Schulstart“ den Verantwortlichen vor Ort für ihre „ebenso engagierte Arbeit in diesen herausfordernden Zeiten“ und wünscht allen einen „guten, gesunden und hoffentlich reibungslosen Start ins Schuljahr 2020/21“.

Vor dem Hintergrund erhöhter Infektionszahlen fürchten nicht wenige Coronafälle in Bildungseinrichtungen oder gar Schulschließungen. „Diese gilt es im Sinne des Bildungsauftrags, der Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Eltern unbedingt zu verhindern“, spricht sich Gerhard Kleinböck für das Tragen von Alltagsmasken auch während des Unterrichts aus.

„Zumindest in den ersten beiden Schulwochen sollten wir so mögliche Infektionsketten zusätzlich unterbinden“, hat der Bildungspolitiker dabei besonders die Reiserückkehrer im Blick. In der Abwägung stuft er den Infektionsschutz und die Vermeidung von Quarantäne für ganze Schulklassen oder Schulen höher ein als die zeitweisen Einschränkungen durch das Tragen von Mundschutz. Von der Ministerin fordert der Sozialdemokrat daher „auch an diesem Punkt mehr Mut und Entschlusskraft“.

Generell bemängelt der langjährige Schulleiter, dass die Landesregierung den Vorteil des späten Schulstarts nach den Sommerferien im Südwesten gegenüber den anderen Bundesländern nicht genutzt habe. So beruhe die neue Coronaverordnung für die Schulen zum Großteil auf einem Konzept von Anfang Juli. „Was wurde seither in den vergangenen acht Wochen am Maßnahmenkatalog weiterentwickelt? Die Erfahrungen vom Wiedereinstieg in den Schulbetrieb aus der gesamten Bundesrepublik bleiben jedenfalls unberücksichtigt. Die Ministerin hätte hier von anderen lernen können, ja müssen“, verweist Gerhard Kleinböck beispielsweise auf die zeitweilige Maskenpflicht an den Schulen in NRW oder Bayern.

Der Parlamentarier fordert außerdem die Einstellung von 1.000 zusätzlichen Lehrkräften, um die „Schulen für das vor ihnen liegende weiterhin herausfordernde Schuljahr personell zu stärken“. Nur so könnten die entstandenen Lernlücken der vergangenen Monate tatsächlich geschlossen werden. „Lediglich 60.000 von 1,5 Millionen Schülerinnen und Schülern haben in den vergangenen zwei Wochen von den Lernbrücken profitieren können. Diese Zahl allein unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Förderangebote im bevorstehenden Schuljahr, die die um Risikogruppen reduzierten Kollegien so nicht leisten können“, springt der Abgeordnete den Lehrkräften zur Seite. Auch der SPD-Fraktionschef Andreas Stoch äußert sich zum mit ähnlich scharfen Worten: „Es ist doch völlig klar, dass in zehn Tagen nicht nachgeholt werden konnte, was über fünf Monate an Rückstand aufgelaufen ist. Eisenmanns zweiwöchiges Nachhilfeprogramm war nichts mehr als ein Feigenblatt. Stattdessen braucht Baden-Württemberg ein Nachhilfeprogramm für das ganze nächste Schuljahr. Und dafür braucht es eben Lehrkräfte. Demgegenüber sind die 250 neuen Stellen, die die Kultusministerin jetzt in Aussicht stellt, ein Witz mit Anlauf!“

„Anstelle der immergleichen Dankesworte in jedem Schreiben an die Schulen sollte die Kultusministerin ihre Wertschätzung gegenüber diesen mit tatsächlicher Unterstützung und Entlastung zum Ausdruck bringen“, schließt Gerhard Kleinböck.

 

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