Gemeinderatssitzung: (K)eine Weichenstellung für die Zukunft und Unterstützung für das Dorflädl in Tairnbach

Veröffentlicht am 20.07.2025 in Gemeinderatsfraktion

Sofern Problemlagen genannt werden, so folgen ihnen keine nähere Untersuchung, Hilfestellung oder Handlungsempfehlung zu ihrer Bewältigung. So wurde z.B. die Zukunft der medizinischen Versorgung lediglich „als großes Problem“ benannt (S. 50). Es wäre aber wichtig, hierzu Ideen, Instrumente und Praxismodelle vermittelt zu bekommen. Dies gilt auch für die Problematik der Leerstände und Freiflächen, es werden keine Empfehlungen für die Nutzung von Instrumenten, Erfahrungen aufgeführt. Genau diese Informationen wären außerordentlich wichtig, um tatsächlich zu Problemlösungen vor Ort zu kommen, daher sollten sie im Zentrum eines Planungsauftrags stehen.

Nach Auffassung der SPD im Gemeinderat gibt es keine überzeugenden Gründe, dass ein erneuter Auftrag an die STEG GmbH eine methodisch und inhaltlich nennenswert höhere Qualität liefert. Eher im Gegenteil: Es wurde im Rahmen der Vorstellung des Vorhabens durch die Planungsgesellschaft signalisiert, dass man beispielsweise die Bürgerbeteiligung auf ein digitales Tool reduzieren könne. Dabei wurde im Planungsdokument 2017 noch besonders stark betont, dass die Bürgerbeteiligung „nahtlos weitergeführt“ werden muss (2017: 56). Mit anderen Worten: Bürgerbeteiligung wird als Zierrat verstanden, auf den entsprechend auch verzichtet werden kann.

Aufgrund der zahlreichen Schwächen des Vorgängerprojekts, die hier nur auszugsweise genannt wurden, stimmt die SPD der Vorlage der Verwaltung nicht zu. Mit dieser Entscheidung wird auch die Aufforderung verbunden, zukünftig auch andere Planerinnen und Planer einzuladen und sei es auch lediglich zur Bearbeitung von Teilaufgaben (z.B. die Aufarbeitung von Praxismodellen anderer Gemeinden). Grundsätzlich wäre es an der Zeit, eine neue Generation von kreativen Planern in die Gemeindeentwicklung einzubeziehen, wobei auch kleinere Gesellschaften zum Zug kommen sollten, die Ideen erarbeiten und dadurch die Gefahr von Blaupausen mindern.

Wesentlich erfreulicher war der Tagesordnungspunkt Genossenschaft "Tairnbacher Dorflädl eG", der von Rüdiger Egenlauf und Volker Maier vorgestellt wurde. Es wurde abermals deutlich, dass sich hier über einen Zeitraum von 12 Jahren ein großes bürgerschaftliches Engagement entwickelt hat. Weniger erfreulich ist zwar der Umstand, dass die Genossenschaft abermals einen Zuschuss benötigt, jedoch steht die Größenordnung von rund 5.900 € in keinem Verhältnis zur Leistung für den Ortsteil. Alle Ratsmitglieder waren sich einig, dass das Dorflädl eine wichtige Funktion zur Versorgung mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Gebrauchs erfüllt und nicht zuletzt unersetzlich ist für den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft. Schließlich hat sich die Genossenschaft als soziales Zentrum für alle Alters- und Bevölkerungsgruppen etabliert. Dem vortragenden Vorstandsteam mit Rüdiger Egenlauf und Volker Maier sowie den zahlreichen Helferinnen und Helfern (insgesamt 25 Personen), die im Hintergrund ehrenamtlich tätig sind, ist herzlich zu danken für das große Engagement! Das Dorflädl zeigt, dass gemeinschaftliche Leistungen unersetzlich sind für die Aufrechterhaltung der Lebensqualität der breiten Bevölkerung. Es wäre aus Sicht der SPD jedoch wichtig, eine langfristige Perspektive für die Genossenschaft zu entwickeln und hierfür Ideen zur Stärkung dieser wichtigen Einrichtung zu erarbeiten. Sie könnten beispielsweise im Bereich einer Einkaufskooperation mit anderen Genossenschaften liegen. Weiterhin wäre natürlich die tatkräftige Unterstützung vor Ort wichtig, beim Einkauf oder bei der praktischen Hilfe im Dorflädl. Allen Beteiligten gilt der herzliche Dank für Ihr Engagement!

Für die SPD: Dr. Michael Mangold

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