Gemeinderat stimmt für mehr digitale Endgeräte an unseren Schulen

Veröffentlicht am 27.10.2020 in Gemeinderatsfraktion

Bild von: Simone M. Neumann

Um es gleich vorweg zu sagen: Ein erster Schritt ist gemacht, doch kommen die Geräte nicht sofort. In seinem Statement machte der SPD-Fraktionsvorsitzende Holger Schröder deutlich, dass man schon etwas mehr Tempo machen müsse.

Alle Mühlhäuser Schulen sollen in den Genuss der Förderung kommen, welche nun von Land und Bund an die Kommunen ausgezahlt wurde. Hierbei handelt es sich zunächst nur um die Mittel aus dem "Sofortausstattungsprogramm", die sich auf die jeweilige Schülerzahl folgendermaßen darstellen lassen:

  • GMS Mühlhausen: € 31.330,60
  • Grundschule Rettigheim: € 9.614,08
  • Grundschule Tairnbach: € 4.120,32

Insgesamt erhielt die Gemeinde Mühlhausen € 45.065 (je zur Hälfte von Bund und Land).

Aufgrund der o.g. Fördersummen können nun 63 iPads + ebenso viele Hüllen mit Tastatur, in 5 Koffern und 7 Stiften angeschafft werden. Zusätzlich fallen noch weitere Kosten für das Mobile Device Management an (beinhaltet Einrichtung und Support), das an das "Medienzentrum Heidelberg" vergeben wurde. Hier entstehen einmalige Kosten von € 15,- je Gerät und für den weiteren Support jährlich € 20,- je Gerät.

Wie von Herrn Lang ausgeführt, gibt es noch weitere Fördertöpfe (z.B. Förderpakt "Administration" und "Pakt für digitale Endgeräte für Lehrkräfte" - beides Bundesmittel), die im weiteren Verlauf abgerufen werden können. Je nach Umsetzung an den Schulen können die Endgeräte nun als Leihgeräte an Schüler weitergegeben werden, die auf kein adäquates zurückgreifen können. Doch auch unsere Lehrkräfte brauchen digitale Endgeräte, da sie sich einarbeiten müssen, um im Präsenzunterricht mit digitaler Unterstützung arbeiten zu können. Für Präsenz- aber auch für Fernlernphasen brauchen die Lehrkräfte eine sichere und datenschutzkonforme Lösung:

In diesem Zuge verweist die SPD-Fraktion auf das Schreiben des Kultusministeriums vom 07. Juli verweisen. Hier wird u.a. dargelegt, wie und unter welchen Qualitätskriterien Fernunterricht stattfinden soll. Dabei geht es nicht nur um die Verteilung der Unterrichtsmaterialien, deren Zugang dem Grundsatz der Chancengleichheit unterliegt, sondern auch um die Rückmeldungen, die die Lehrkräfte regelmäßig und verlässlich erteilen müssen (z.B. durch gelegentliche Videotelefonie). Insbesondere für Grundschulkinder ist der Kontakt zu ihrer Lehrkraft enorm wichtig.

Gerade auch hierfür brauchen unsere Lehrkräfte eine datenschutzkonforme Lösung, die einerseits durch Dienst-Tablets und andererseits durch die Verwendung offiziell genehmigter Software (z.B. Threema) hergestellt werden könnte. Wie in der Sitzungsvorlage ersichtlich, wird die Grundschule Rettigheim zur Modellschule, die als erste mit dem Messenger "Threema.Work Education" ausgestattet wird. Nach ihren ersten Erfahrungen sollen die anderen Schulen folgen.

Wie nun deutlich wird, greift die Gemeinde auf Tablets eines großen amerikanischen Herstellers zurück. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass sich diese Geräte in die zum Teil schon bestehende Infrastruktur (oder auch der Altgeräte) einfügen. Es sollte der Grundsatz gelten, dass hinsichtlich der Hard- und Software keine allzu große „Vielfalt“ entsteht. Auch hierbei wird uns das "Medienzentrum Heidelberg" unterstützen, die bereits jetzt für kreisweit 550 Endgeräte zuständig ist. Dabei befinden sich weitere 550 Geräte "in der Pipeline".

In diesem Zusammenhang ist es für die die SPD von großer Bedeutung, dass die Mühlhäuser Schulen schnell und unkompliziert ihren Support erreichen können. Hier versicherte der Leiter des Medienzentrums Herr Bittner, dass man mit den Strukturen sich noch im Aufbau befinde und nach spätestens 2 Tagen mit einer Reaktion rechnen dürfe. Doch auch bei Phasen hoher Beanspruchung könne man zukünftig auf Drittanbieter/ Dienstleister zurückgreifen. Hierfür wird vom Kreistag Rhein-Neckar in ihrer Dezembersitzung ein entsprechender Kooperationsvertrag verabschidet. Aus unserer Sicht muss ein Support noch am selben Tag gewährleistet sein!

Da man das mobile device Management (Support) als Gemeinde auslagert und hierbei auf eine Einrichtung des Kreises zurückgreift (Medienzenrtum) - die im Entstehen begriffen ist - werden die Geräte nicht sofort an die Schulen kommen können. Trotzdem sollten alle Beteiligten darauf achten, dass das "Sofortausstattungsprogramm" diesen Namen auch wirklich verdient! Nach Rückfragen der SPD werden diese Geräte womöglich frühstens zum 2. Halbjahr den Schulen zur Verfügung stehen.

Abschließend nahm die SPD die einzelnen Schulen nochmals gesonder in den Blick:

Rettigheim:

  • Hier ist die Internetverbindung besonders schlecht und auch an einem stabilen WLAN hapert es. Genau deshalb spricht sich die SPD für geeignete Alternativen aus, um eine Überbrückung zu schaffen, bis eine Breitbandversorgung hergestellt ist.
  • Hier sollte man jedoch noch auf dem Schirm haben, dass die Grundschule eine geeignete Verdunkelung benötigt. Schließlich muss es möglich sein, dass digital erfasste Lernmaterialien oder Arbeitsergebnisse auch gut visualisiert werden.

Tairnbach:

  • Bezüglich des Internetzugangs ist es auch hier notwendig, eine sinnvolle Zwischenlösung anzustreben, damit auf die nächsten Jahre hin trotzdem vernünftig gearbeitet werden kann.
  • Auch die GS Tairnbach möchte die Möglichkeit nutzen, per Videocalls mit den Schülerinnen und Schülern in Verbindung zu treten.

Grund- und Gemeinschaftsschule Mühlhausen:

  • Die GMS möchte die Gelegenheit nutzen, um sich in Sachen Digitalisierung breiter aufzustellen. Aufgrund der Tatsache, dass es sich auch um ältere Schüler handelt, macht dies Sinn. Somit unterstützt die SPD die GMS ausdrücklich darin, weiter in die Digitalisierung zu investieren.
  • Gerade deshalb ist von großer Bedeutung, dass sukzessive alle Klassenräume mit Wiedergabegeräten ausgestattet werden. Hierfür könnten die zu erwartenden Mittel in Höhe von € 133.300 (nur für die GMS!) genutzt werden. Hier ist es wichtig darauf zu achten, dass einheitliche und leicht zugängliche Schnittstellen geschaffen werden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Nutzung eines AppleTV hier eine sinnvolle Lösung darstellt.

Ausdrücklich hebt die SPD in diesem Punkt hervor, dass die Mittel aus dem "DigitalPakt Schule" bereits jetzt beantragt werden können. Das Kultusministerium änderte das Verfahren in diesem Punkt, weshalb der Medienentwicklungsplan auch nachgereicht werden kann. Somit würden wir auch weniger Zeit vergeuden und könnten unsere Schulen bereits früher in den Genuss dieser Fördermittel bringen!

 

Die SPD appelliert an alle Verfahrensbeteiligte, dass mit entsprechendem Nachdruck gearbeitet wird, damit die Schulen schnellstmöglich ihre Hard- bzw. Software erhält. Die heute morgen gemeldeten ca. 11.200 Neuinfektionen sollten uns Mahnung genug sein, dass es eben nicht unsere Kinder sind, die bei eventuellen (teilweisen) Schulschließungen die Leidtragenden sind.

 

Unsere Landtagskandidatin