Gedenken an Corona-Tote

Veröffentlicht am 19.04.2021 in Aktuelles

Fast 80 000 Tote allein in Deutschland - die Corona-Pandemie hat viele Opfer gekostet und viel Leid verursacht. Innehalten und als Gesellschaft Anteil nehmen: Am Sonntag fand das zentrale Gedenken für die Verstorbenen in der Pandemie statt – coronabedingt in kleinstem Kreis.

Gut ein Jahr nach dem Beginn der Corona-Pandemie haben die Spitzen des deutschen Staates und die Kirchen der fast 80 000 Toten gedacht und den Hinterbliebenen ihr Mitgefühl bekundet.

„Knapp 80.000 Bürgerinnen und Bürger sind in unserem Land bereits an oder mit dem Corona-Virus verstorben. Das sind 80.000 Leben, 80.000 Schicksale, 80.000 Lücken, die in Familien gerissen wurden. Wir trauern um diese 80.000 und sind in Gedanken bei ihren Angehörigen“, sagte Vizekanzler Olaf Scholz. Auch in unserer Gemeinde müssen wir bisher um 2 Menschen trauern, die durch das Virus ihr Leben verloren. Die SPD Mühlhausen-Rettigheim-Tairnbach gedenkt auch deren Schicksale.

Steinmeier ruft zu Zusammenhalt auf

Bei der zentralen Gedenkfeier rief Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zudem die Gesellschaft zum Zusammenhalt auf. „Lassen wir nicht zu, dass die Pandemie, die uns schon als Menschen auf Abstand zwingt, uns auch noch als Gesellschaft auseinandertreibt“, sagte er am Sonntag im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Zuvor hatten die Kirchen in einem ökumenischen Gottesdienst in der Gedächtniskirche den Trauernden Trost zugesprochen.

„Die Trauer verbindet uns“

Der Bundespräsident betonte: „Wir wollen heute als Gesellschaft derer gedenken, die in dieser dunklen Zeit einen einsamen und oft qualvollen Tod gestorben sind.“ Den um ihre gestorbenen Angehörigen Trauernden wolle man sagen: „Ihr seid nicht allein mit Eurem Leid, nicht allein in Eurer Trauer.“ Viele Menschen quälten sich unendlich, weil sie sterbenden Angehörigen auf dem letzten Weg nicht beistehen konnten, sagte Steinmeier. „Sterben in der Pandemie, das war und das ist oft ein Sterben ohne Beistand und Abschied.“

Steinmeier richtet den Blick auch voraus

Neben der Trauer gebe es bei manchen Menschen auch „Verbitterung und Wut“, sagte das Staatsoberhaupt. Er könne dies verstehen. „Die Politik musste schwierige, manchmal tragische Entscheidungen treffen, um eine noch größere Katastrophe zu verhindern.“ Auch die Politik habe lernen müssen. Wo es Fehler und Versäumnisse gegeben habe, müssten diese aufgearbeitet werden, aber nicht an diesem Tag, sagte Steinmeier.

„Meine Bitte ist heute: Sprechen wir über Schmerz und Leid und Wut. Aber verlieren wir uns nicht in Schuldzuweisungen, im Blick zurück, sondern sammeln wir noch einmal Kraft für den Weg nach vorn, den Weg heraus aus der Pandemie, den wir gehen wollen und gehen werden, wenn wir ihn gemeinsam gehen.“

In vielen Städten und Gemeinden in Deutschland fanden zeitgleich kleinere Gedenkveranstaltungen statt. Bundesweit waren vor öffentlichen Gebäuden die Fahnen auf halbmast gesetzt.

„Wir werden die Pandemie hinter uns lassen!“

Steinmeier betonte, die Pandemie habe „tiefe Wunden geschlagen und auf schreckliche Weise Lücken gerissen“ - in Deutschland, Europa und weltweit. „Und wir wissen: Sie ist noch immer nicht vorbei.“ Zugleich verbreitete er Zuversicht: „Wir werden die Pandemie hinter uns lassen!“ Tag für Tag erreichten mehr Menschen durch die Impfung das rettende Ufer: „Wir werden uns als Menschen wieder nahe sein, und als Gesellschaft wieder vereint“, betonte der Bundespräsident.

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