Freizeitangebote – Kriterien zur Förderung

Veröffentlicht am 05.12.2024 in Gemeinderatsfraktion

Ein Antrag der Fraktion der Freie Wähler-Bürgerliste e. V zum Thema Einführung einer Satzung über die Erhebung einer Vergnügungssteuer in der Gemeinde Mühlhausen ist auch Anlass die Bedeutung der Freizeitangebote zu reflektieren und Kriterien ihrer sinnvollen Gestaltung zu nennen. Mit derartigen Kriterien sollen unabhängig von Einzelfällen allgemeine Bewertungen und damit verbunden Zielsetzungen zur Jugendarbeit und Freizeitgestaltung formuliert werden. Je klarer man sich Gedanken über Zielsetzungen macht, desto zuverlässiger können auf Gemeindeebene Entscheidungen getroffen werden. Aufgrund der besonders hohen Bedeutung der Jugend- und Sozialarbeit sollten entsprechende Festlegungen auch in das noch zu aktualisierende Gemeindeentwicklungskonzept aufgenommen werden.

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Aus Sicht der SPD wäre hier insbesondere zu beachten: Kinder und Jugendliche benötigen vielfältigen sozialen Austausch und entsprechend unterschiedliche Angebote, abgestimmt auf Altersgruppen, Interessen und den jeweiligen Wohnort. Die Angebote sollten kostenfrei sein, damit alle teilhaben können und grundsätzlich nicht privatwirtschaftlichen Unternehmen überlassen werden. Diese Anforderungen erfüllen beispielsweise die bekannten Spielcenter und Spielautomaten nicht, die im Kern des o.g. Antrags stehen. Zu den entscheidenden Kriterien zur Bewertung von Freizeitangeboten gehört soziales Lernen, das im Sportverein gleichermaßen möglich ist, wie bei gemeinschaftlich organisierten Musik-, Tanz oder anderen Kulturprojekten. Hier kann Verständigung in der Gruppe erlernt, Konfliktbewältigung eingeübt und die Fähigkeit zur Eigenverantwortung entwickelt werden. Für dieses Lernen sind Angebote zur Selbstverwaltung und Selbstorganisation durch Kinder und Jugendliche erforderlich. Es geht daher nicht darum, durch Freizeitangebote Kinder und Jugendliche von der Straße zu holen und sie zu verwahren, sondern gestalterisch Freiräume anzubieten, um in möglichst selbstbestimmter Art und Weise Freizeit für sie und durch sie zu gestalten. Die in der Gemeinde bereits vorhandenen Initiativen (Familienzentrum Rettigheim, Fi-bbs, Mobile Jugendarbeit Postillion e.V.) spielen hier eine wichtige Rolle und sollten daher perspektivisch erweitert werden. Denkbar sind hier beispielsweise Werkstätten für Kinder und Jugendliche, um auch gestalterische Entfaltung zu unterstützen. Für eine konkrete Ausgestaltung und für die Aufnahme in das Gemeindeentwicklungskonzept wäre ein ausführlicher Dialog mit Kindern und Jugendlichen besonders wichtig. Das wird Zeit kosten, aber alleine die Auseinandersetzung mit diesen Fragen ist für sie bereits ein Teil dessen, was erreicht werden soll: Nachdenken über die wichtigen Dinge und sich gemeinsam darüber verständigen.

Für die SPD: Dr. Michael Mangold (Gemeinderat)

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