Die „Wine Beach“ – Ausdruck der vitalen Gemeinde Mühlhausen

Veröffentlicht am 07.09.2022 in Gemeinderatsfraktion

Die Mühlhäuser Winzer organisierten vom 28. Juli bis zum 28. August eine „Wine Beach“ am Radweg Wasserspielplatz am Angelbach in Mühlhausen. Nicht allein aufgrund eines besonders sonnigen Hochsommers, sondern offenkundig auch durch eine gute Organisation der Veranstalter und nicht zuletzt aufgrund des großen Zuspruchs der Bevölkerung wurde dieses Angebot zu einem großen Erfolg. Einen herzlichen Glückwunsch an die Organisatoren!

Wenn ortsansässige Winzer sich Gelegenheit verschaffen, ihre Produkte vor Ort zu vertreiben und damit auch die Gemeinde vitalisieren, ist eine derartige Initiative zu begrüßen. Es ist Ausdruck der Identität der durch den Weinbau geprägten Gemeinde Mühlhausen, schließlich wird nicht im bayrischen Dirndl, Weißwurst und Bier serviert, sondern eigene Produkte werden durch ortsbekannte Winzer angeboten. Die Bevölkerung kommt ins Gespräch, es setzen sich Leute zusammen, die sich nicht unbedingt regelmäßig treffen oder gar nicht kennen, ungezwungen wird nicht allein über den Wein, sondern auch über alles andere vermeintlich oder tatsächlich Wichtige gesprochen. Für diesen sozialen Austausch ist der öffentliche Raum – hier der Radweg Wasserspielplatz am Angelbach – bestens geeignet bzw. erfüllt damit seinen eigentlichen Zweck.

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Derartige Initiativen von Seiten der Bevölkerung mit dem Effekt einer allgemeinen Belebung der Gemeinde erfüllen somit was in Sonntagsreden oder offiziellen Dokumenten (z.B. eines Gemeinde- oder Regionalentwicklungsplans) betont wird. Dass bei einer derartigen Veranstaltung verschiedene, auch divergierende Interessen zum Vorschein kommen, ist durchaus zu erwarten. Auftretende Interessenkonflikte können jedoch nicht allein durch einen Verweis auf geltende formale Regelungen (z.B. Lärmschutzgebote) einseitig aufgelöst, sondern müssen durch einen Interessenab- bzw. ausgleich geregelt werden. Diese kommunikative Vermittlung ist u.E. Aufgabe der Leitung einer Gemeinde.

Bei der Bemühung um einen Interessenausgleich sollte beachtet werden: Mehr oder weniger alle Gemeinden und mittleren oder größere Städte beklagen ein Veröden ihrer Zentren und suchen nach Wegen einer Aufwertung des urbanen sowie des ländlichen Raums. Dies ist seit geraumer Zeit ein zentrales Thema der Stadt- und Regionalplaner, wie ein Blick in die einschlägigen Fachzeitschriften (z.B. der Vereinigung der Stadt-, Regional- und Landesplaner, SRL) zeigt. Die Beauftragten für Stadtmarketing oder der Wirtschaftsförderung in den Kommunen zerbrechen sich den Kopf über Instrumente zur Vitalisierung der Lebensräume, daher sollten Eigeninitiativen aus der Mitte der Bevölkerung besonders wertgeschätzt werden. Es ist schließlich auch ein essentielles Thema der ansässigen Gewerbetreibenden, der Gastronomen und Kleinunternehmen, die durch eine vitale Gemeinde ihre wirtschaftliche Existenz bestreiten. Ist die Gemeinde an einem attraktiven Lebensraum für die Bevölkerung interessiert, so sind daher diese Initiativen zu unterstützen. Die Bereitstellung förderlicher Bedingungen – beispielweise Raum- oder Flächenangebote – ist dabei ein Teil der Unterstützung. Die Interessenvertretung derjenigen, die mit hohem Engagement und mit wirtschaftlichem Risiko Veranstaltungen wie die „Wine Beach“ oder auch den „Sun goes down“ organisieren, ist ein anderer Teil dieser Bedingungen. Im Rahmen einer „Nachlese“ und einer Vorbereitung für diese Veranstaltungen im kommenden Jahr sollte dies beachtet werden. Eigeninitiativen, die dazu beitragen die Lebensqualität in der Gemeinde Mühlhausen zu erhöhen, sollten entsprechend von Seiten der Gemeinde besonders gefördert werden. Wir freuen uns auf alle Fälle über die Initiativen der Mühlhäuser Winzer.

Für die SPD: Michael Mangold

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