Der Gemeinderat befasste sich mit einer Änderung des Bebauungsplans für das Gebiet Kelteräcker seit 2021, zuletzt der Ortschaftsrat am 19.11.2024. Da der ursprüngliche Plan auf das Jahr 1962 zurückgeht, ist eine Überarbeitung fraglos erforderlich; sie beschränkt sich i. w. auf die Aufnahme aktuell geltender Regelungen, wie beispielsweise dem Verbot von Schottergärten oder der Vorgabe zur Nutzung der Sonnenenergie (durch thermische oder photovoltaische Technik). In der Vorlage heißt es, dass „die Grundzüge der Planung (...) durch die Änderung des Bebauungsplans »Kelteräcker« nicht berührt (werden).“ Wesentliches Ziel der Aktualisierung sei die Erlangung der Rechtssicherheit für zukünftige Bauvorhaben. Nach der letzten Offenlegung (14.04.2025 bis 10.06.2025), die eine Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und Träger öffentlicher Belange beinhaltet, wird festgestellt, dass keine inhaltlichen Änderungen am Bebauungsplan vorgenommen werden müssen und er als Satzung endgültig beschlossen werden kann.
Es konnten nun in das kurz vor dem Abschluss stehende Verfahren der Überarbeitung bzw. Aktualisierung des Bebauungsplans keine inhaltlich relevanten Änderungen mehr einbringen. Vonseiten der SPD kann im Rückblick nur kritisch festgehalten werden, dass keine gestalterischen Maßnahmen im sozialen und ökologischen Sinne erkennbar sind und letztlich die über sechzig Jahre alte Vorstellung von Stadtplanung dominiert, obwohl zwischenzeitlich vonseiten der Raumwissenschaft die Notwendigkeit von Veränderungen deutlich betont wird. Erinnert werden muss auch, dass Gemeinderat Holger Schröder und Dominique Odar (SPD) bereits im Oktober 2021, als der Bebauungsplan zur Überarbeitung aufgerufen wurde, Forderungen nach Einarbeitung sozial-ökologischer Kriterien erhoben. Leider ohne Resonanz, wie so oft.
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Das Gebiet Kelteräcker ist zwar bis auf wenige Freiflächen mit rund 45 Wohngebäuden bereits nahezu vollständig bebaut, doch ist in den kommenden Jahren zunehmend mit Erweiterungs- und insbesondere mit Sanierungsbau zu rechnen. Auch Innenverdichtung ist ein Thema für eine zukunftsorientierte Planung, weiterhin die Schaffung von günstigem Wohnraum.
Ohne damit unmittelbar eine Verpflichtung verknüpfen zu müssen, wäre es beispielsweise auch sinnvoll gewesen, die Nutzung von natürlichen Baustoffen und die Vermeidung von umweltkritischen Dämmstoffen sowie die Einrichtung von Kinderspielplätzen oder die Schaffung von gemeinschaftlich zu nutzenden Flächen (z. B. Gemeinschaftsgarten oder die einfache Sitzgruppe unter der Dorflinde für den sozialen Austausch) zumindest anzuregen. Diese Chancen zur Gestaltung wurden abermals versäumt! Aufgrund der bereits kurz vor dem Abschluss stehenden Prozessverlaufs stimmte die SPD der Verwaltungsvorlage dennoch zu.
Eine sehr erfreuliche Entwicklung zeigte sich im Jahresbericht der Mobilen Jugendarbeit für 2024 sowie zum Waldkindergarten Mühlhausen.
Im März 2022 wurde die mobile Jugendarbeit unter der Trägerschaft des Postillion e. V. gestartet und leistet seither einen wichtigen Beitrag zur Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde Mühlhausen. Die SPD möchte dem geschäftsführenden Vorstand, Herr Stefan Lenz, Frau Bün sowie allen Mitwirkenden herzlich danken! Ein für Bürgerinnen und Bürger sichtbares Projekt ist der Chillplatz, der 2023 mit LEADER-Mitteln gefördert und seither in den Rotwiesen offenkundig gut von den Jugendlichen angenommen wurde. Für jüngere Altersklassen ist der Waldkindergarten hervorzuheben, der Anfang des Jahres 2021 vom Gemeinderat beschlossen wurde und ebenfalls unter der Trägerschaft des Postillions e. V. steht. Gegenwärtig werden 17 Kinder betreut, wobei maximal 20 Kinder je Gruppe betreut werden dürfen. Die Kosten für den Betrieb des Waldkindergartens Mühlhausen belaufen sich im Jahr 2025 auf rund 200.000 € und werden vonseiten der SPD als besonders wichtige Leistung der Gemeinde für Kinder- und Jugendarbeit geschätzt. Für sehr positiv bewerten wir auch die Verknüpfung mit zahlreichen Aktivitäten, Initiativen und Vereinen in der Gemeinde, wie dem Jahresbericht zu entnehmen ist. Dadurch kann ein dichtes Netz sozialer Kontakte geknüpft werden. Insgesamt kann angesichts der besorgniserregenden Zerfallsprozesse unserer demokratischen Ordnung diese Arbeit des Vereins nicht hoch genug geschätzt werden!
Wir freuen uns sehr, dass mit der vorgestellten Kinder- und Jugendarbeit eine zeitgemäße und wissenschaftlich unterfütterte Interpretation des Lernens unterstützt und gefördert wird, die dem Individuum eine steuernde Rolle und nicht eine gehorchende oder konsumierende Rolle zuspricht. Spielen, Handeln und Lernen werden danach seit Längerem nicht mehr getrennt, sondern als unterschiedliche Perspektiven auf einen sozialen Prozess verstanden, der kompetente „Berater“ und Freiräume zur Erprobung eigener Handlungen erfordert. Dies kann am ehesten der Vielfalt der Lernformen gerecht werden, aus denen das Individuum das passende erst entdecken muss. Damit werden traditionelle Lernformen bzw. lediglich einem Lerntyp entsprechende Konzepte überwunden. Die Verknüpfung von Unterstützung und Beratung durch pädagogisches Fachpersonal mit gestaltbarem Freiraum für Kinder und Jugendliche findet sich in der Arbeit des Postillions offenkundig besonders deutlich im Waldkindergarten und kann daher vonseiten der SPD nur begrüßt werden.
Als Gemeinderat sollten wir uns Gedanken machen, wie diese gestalterische Arbeit von Kindern und Jugendlichen einerseits fließend über die Altersgruppen hinweg und andererseits auf andere Bereiche der Gemeinde erweitert werden könnte. Zum Gedanken der Erweiterung: Wir fänden es positiv, denn Kinder und Jugendliche Anerkennung auch dadurch erfahren, dass sie einbezogen werden bei der Gestaltung und auch bei der praktischen Nutzung von öffentlichen Flächen in der Gemeinde. Anknüpfend an die pädagogische Arbeit des Postillions zum Erhalt und zur Erschließung öffentlicher Räume – wie es im Sachstandsbericht der Mobilen Jugendarbeit heißt (S. 5, 11) – geht es um die Schaffung von Möglichkeiten zur Gestaltung, nicht um die Nutzung von bereits bereitgestellten Bedingungen. Anders formuliert: Die Ideen von Kindern und Jugendlichen sollten grundsätzlich mehr Raum und Aufmerksamkeit bekommen. Die SPD im Gemeinderat dankt Frau Bün und ihrem Team besonders herzlich für die gleichermaßen anspruchsvolle, wie engagierte Kinder- und Jugendarbeit!
Für die SPD: Dr. Michael Mangold (Gemeinderat)