„Suizidhilfe regeln – aber wie?“

Veröffentlicht am 27.02.2023 in MdB und MdL

V.l.n.r.: Bernhard Schlink, Annette Gärtner und Lars Castellucci (MdB)

Lars Castellucci diskutierte mit Bernhard Schlink im Theater im Bahnhof in Dielheim

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Castellucci diskutierte in der zweiten Auflage seiner Veranstaltungsreihe „Talk im Bahnhof“ mit dem Bestsellerautor, Juristen und ehemaligen Hochschullehrer Bernhard Schlink und Annette Gärtner, Hausärztin und Internistin aus Schönau. 

„Ich freue mich sehr, dass wir heute zu Gast im Theater im Bahnhof in Dielheim sein dürfen. Wir haben uns für heute Abend kein leichtes Thema vorgenommen.“, sagte Castellucci zur Begrüßung. 

Nach einem Streifzug durch Schlinks Werdegang kam Castellucci auf das beherrschende Thema des Abends zu sprechen: die Neuregelung des assistierten Suizids. „Das Bundesverfassungsgericht hat 2020 entschieden: Wer sich in Freiheit zum Tod entscheidet, darf sich töten, und er darf sich dabei auch helfen lassen. Der Deutsche Bundestag ist nun in der Pflicht, die Suizidhilfe neu zu regeln. Gemeinsam mit Abgeordneten aller demokratischen Fraktionen habe ich einen Gesetzentwurf vorgelegt. Mir ist wichtig, dass wir den assistierten Suizid in Deutschland ermöglichen, ihn aber nicht fördern. Es braucht ein klares Schutzkonzept, um Suizidwillige zu schützen und Missbrauch zu vermeiden.“

Bernhard Schlink erklärte, dass weniger staatliche Kontrolle notwendig ist. „Ich habe die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts als eine befreiende Entscheidung empfunden. Es gibt ein Grundrecht auf Selbsttötung. Wer seine Entscheidung autonom und frei trifft, dem hat niemand reinzureden“, so Schlink.

Nach fünfundvierzig Minuten erweiterte Annette Gärtner als Überraschungsgast die Gesprächsrunde. Die Ärztin plädierte dafür, dass man sich mit seinem eigenen Tod frühzeitig auseinandersetzen sollte. „In unserer Gesellschaft ist wenig Platz für das Thema Sterben, dabei ist von Geburt an klar, dass der Tod unausweichlich ist. Trotzdem werden viele Menschen dann von den Ereignissen überrollt. Wir müssen deshalb mehr und offener über das Thema sprechen. Ich rate allen dazu, eine Patientenverfügung zu verfassen – und das Thema mit einer nahestehenden Person, dem Hausarzt oder einem Rechtsbeistand zu besprechen. Gleichzeitig brauchen wir eine flächendeckend gute Palliativversorgung und bessere Betreuungs-, Pflege- und Therapieangebote.“

Im zweiten Teil des Abends hatten die Gäste im Theater die Gelegenheit, Fragen zu stellen. In einem offenen Dialog wurde über die Selbstbestimmung der Betroffenen, die Anforderungen eines Schutzkonzeptes und das Thema Strafbarkeit bei der Ausgestaltung der gesetzmäßigen Suizidhilfe diskutiert. 

Wer die Veranstaltung nicht persönlich im Theater im Bahnhof oder im Livestream verfolgen konnte, hat die Möglichkeit, sich diese auch weiterhin unter lars-castellucci.de/live anzusehen. Hierbei handelt es sich um den YouTube-Kanal unseres Bundestagsabgeordneten, wo unter dem Tab "Live" das entsprechende Video zu finden ist.

 

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